Lichtenfelser Stadtführer


1. Marktplatz
Der planmäßig angelegte Marktplatz ist das Zentrum von Lichtenfels. Er erstreckt sich zwischen den beiden erhaltenen Stadttoren und entspricht der Form nach einem altbayerischen Straßenmarkt. In seinem Verlauf folgt er der Handelsstraße von Bamberg nach Mitteldeutschland, die sich in der Stadtmitte zum Marktplatz erweitert. Hier wird die Handelsstraße auch durch die Coburger Straße gekreuzt. Schon die Anlage des Marktplatzes in der Schnittstelle zweier wichtiger Handelsstraßen zeigt deutlich die historische Bedeutung von Lichtenfels als Handelsort. Der Floriansbrunnen diente einst der Versorgung des städtischen Brauhauses, das sich im Rathaus befand. 1739/40 errichtete man eine Säule, die den heiligen Florian darstellte. Die Figur verfiel im Laufe der Jahre und wurde 1951 durch die jetzige Figur ersetzt, ein Werk des Lichtenfelser Künstlers Karl Potzler. Die barocken Architekturformen rund um den Marktplatz zeigen deutlich den Einfluß der Fürstbischöfe von Schönborn in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts auf das Stadtbild. So werden die langgezogenen Platzwände meist von zweigeschossigen Traufseit-, Walm- oder Mansarddachhäusern des 17./18. Jahrhunderts gebildet, deren Fassaden, durch das ansteigende Gelände bedingt, häufig noch Freitreppen besitzen. Auch in den kleinen Handwerkergassen, die ungefähr parallel zum Straßenmarkt verlaufen oder parallel von diesem ausstrahlen, ist die barocke bis biedermeierliche Umgestaltung prägend. Die beiden Stadttore, das Rathaus, die Kirche und das Stadtschloss bestimmen als Monumentalbauten die Struktur der Stadt. Ab dem mittleren 19. Jahrhundert setzen dann mit dem Bahnbau neue städtebauliche Impulse außerhalb der Altstadt ein, die dann auch zum Ausbau der Kronacher Straße mit Verwaltungsbauten, einer Kirche und Villen führt. Seit 1997 ist der gesamte Marktplatz Fußgängerzone. [letzte Änderung 2017-10-21]

2. Rathaus
Das markanteste Gebäude am leicht ansteigenden Marktplatz ist das in klaren Barockformen erbaute Rathaus. Mit dem verputzten Walmdachbau nach Plänen von Justus Heinrich Dientzenhofer wurde zwischen 1740 und 1745 das ursprüngliche Fachwerkgebäude aus dem Spätmittelalter ersetzt. Im Erdgeschoss waren einst 20 Brot- und Fleischbänke untergebracht. Sandsteinwappen zieren das Rathaus. An der Längsseite ist über dem ehemaligen Eingang zum Obergeschoss das Amtswappen des Bau- und Landesherren zu sehen, des damaligen Fürstbischofs von Bamberg Friedrich Karl von Schönborn. An der Querseite ist das alte Stadtwappen angebracht, wie es die Stadt seit dem 14. Jahrhundert führt. Zwei Kerzenhalter mit einem dazwischenliegenden Felsen (=sprechendes Wappen). 1962 wurde der meranische Löwe in das Stadtwappen aufgenommen. An der Westseite ist noch das Wiegehäuschen der ehemaligen Stadtwaage erkennbar. Weiterhin war im Erdgeschoss des Gebäudes das städtische Brauhaus und die Feuerwehr untergebracht. Der historische Rathaussaal ist im ersten Obergeschoss gelegen, in dem sich auch das Hopfenlager und der Tuchboden befand. Vermutlich wurde das erste OG auch als Tanzboden genutzt. Der zweigeschossige Dachboden diente einst als Getreidespeicher, heute ist darin eine umfangreiche Fossiliensammlung aus dem Jura zu besichtigen. Alljährlich im September findet rund ums Rathaus der große, turbulente Korbmarkt statt, der mit dem Altstadtfest gekoppelt ist. [letzte Änderung 2008-02-07]

3. Ehemaliges Forstamt
Im frühen 19. Jahrhundert von Lorenz Fink errichtetes ehemaliges Landgericht, ab 1861 Bezirksamt, ab 1916 Vermessungsamt. Die Kreuzigungsgruppe von 1762, geschaffen von Pankraz Fries, die früher hier beim Forstamt zu finden war, steht nun auf den Rasen neben der Katholischen Pfarrei. [letzte Änderung 2008-02-07]

4. Burg Lichtenfels
Etwa im Jahre 1000 wurde auf dem im Maintal gelegenen Hügel durch die Grafen von Schweinfurt eine Burg errichtet. Nachdem die Burg auf einem kahlen (= lichten) Felsen stand erhielt diese den Namen Lichtenfels. 1135 gab Graf Reginboto von Giech-Wertheim die Burg seiner Tochter Cuniza als Geschenk für die Hochzeit mit dem Grafen Poppo von Andechs-Plassenberg. Die Ehe zerfiel jedoch nach wenigen Jahren. Die fromme Cuniza suchte Zuflucht in der Kirche und schenkte 1142 die Burg dem Hochstift Bamberg. Graf Poppo von Andechs erkannte diese Schenkung jedoch nie an und wollte den Besitz für seinen Sohn bewahren. 1143 gab ihm der Bischof von Bamberg das Recht die Burg zur Hälfte zu besetzen, danach wurde die Burg jedoch immer mehr von den Andechsern beansprucht. Ende des 12. Jahrhunderts bekamen die Andechser von Friedrich Barbarossa herzogliche Würden zugesprochen und führten seitdem den Titel "von Meranien". Unterhalb der Veste Lichtenfels wurde unter Herzog Berthold IV von Andechs-Meranien um 1200 planmäßig ein neuer Ort angelegt. Sein Name - Lichtenfels - belegt die Orientierung auf den Burgberg, da bezeichnenderweise nicht der Name des älteren, am Main gelegenen Dorfes Lützelau übernommen wurde. Bereits seit 1206 mit Marktrecht und seit 1231 mit Stadtrecht versehen, entwickelte sich der Ort über Jahrhunderte zu einem lebendigen Marktort. Die Burg wurde im Bauernkrieg 1525 zerstört. [letzte Änderung 2008-02-07]

5. Lichtenfelser Wappen
Die Einführung des Siegels greift etwa auf das Jahr 1300 zurück. Sei 1331 gibt es Abdrucke mit dem redenden Bild der zwei "Lichter auf dem Felsen". Von 1526 - 1962 wird es im Schild in allen Siegeln mit nur geringfügigen Abweichungen gezeigt. Die Einzelformen der Leuchter passten sich dem jeweiligen Zeitgeschmack an. der Felsenberg wurde als Auftürmung einzelner Steinblöcke, dann wie ein Felsenriff und auch als einfacher heraldischer Dreiberg wiedergegeben. In der Deutung des Dreibergs sieht man zufolge örtlicher Überlieferungen den überragenden Burgberg, flankiert von den beiden kleineren Erhebungen im alten Stadtbild, dem Knopsberg und dem Kirchberg. Im Jahre 1961 schloss sich der Stadtrat einmütig dem vom ersten Bürgermeister der Stadt, Dr. Günther Hauptmann, eingebrachten Vorschlag an, die Erinnerung an das Geschlecht, dem man die Gründung der Stadt verdanke, an die Grafen von Andechs und späterren Herzöge von Meranien, durch Aufnahme des meranischen Löwen in das Wappenschild eindrucksvoll wachzuhalten. Die ministerielle Zustimmung zum Änderungsvorschlag erfolgte im Jahre 1962. Es war das Ziel der Andechs-Meranier, Lichtenfels zu einem machtvollen Faktor, zu einer starken wehrhaften Stadt auszubauen. Durch das Erlöschen des bedeutenden Geschlechts im Jahre 1248 ging deshalb auch für Lichtenfels eine kühne Hoffnung vorzeitig zu Ende. [letzte Änderung 2007-10-11]

6. Stadtschloss (Kastenboden)
Das Lichtenfelser Stadtschloss thront in exponierter Lage über den Dächern der Altstadt und wurde 1555 von Caspar von Sternberg gegen den Widerstand der Bevölkerung gebaut. Diese sahen darin eine "Trutzburg" und wanden sich mit ihren Ängsten an den Bamberger Fürstbischof. Der unterstützte zwar das Bürgerbegehren, doch hatte der Neubau bereits eine stattliche Größe erreicht. So kam es schließlich zur Legalisierung des Schwarzbaus. Im Gegenzug musste von Sternberg dafür versichern, das neue Schloss nicht zu befestigen. Das Gebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Je nach Besitzer wurde es als Adelssitz und fürstbischöfliches Absteigequartier, 1654 dann als Getreidespeicher des Kastenamtes (daher der volkstümliche Name Kastenboden), als Lager eines Weinhändlers, als Trockenraum für Kräuter und zuletzt als Materiallager für eine Korbwaren-Gesellschaft genutzt. 1970 wurde das Stadtschloss von der Stadt Lichtenfels erworben und 1991 nach über 15-jähriger Bau- und Restaurierungszeit wiedereröffnet. Das Stadtschloss wird heute für Tagungen, Seminare, gastronomische und kulturelle Zwecke genutzt. Im Inneren wurden bei der Restaurierung aus der Erbauungszeit stammende mittelalterliche Fresken freigelegt. Am nördlichen Erker sieht man über dem Sturz eines vermauerten Fensters die Jahreszahl 1556 und drei in Stein gemeißelte nackte Knaben, die sich bei den Händen fassen und tanzen. Dies ist die Darstellung der Drillingssage. Lichtenfels war zu diesem Zeitpunkt Eigentum der Herzöge von Meran, das Schloss aber gehörte den Herren von Schaumberg und sollte Drillingen aus diesem Geschlecht als Erbteil zufallen. Da aber die Grafen von Meran das Schloss an sich ziehen wollten, ließen sie die die Drillinge ermorden. Hierzu zwangen sie einen Knappen Schaumbergs, welcher nach vollbrachter Tat sagte, dass sich die drei Knaben nackt ausgezogen hätten und das Findelspiel gespielt haben. Das Lied welches die Kinder hierbei singen, beginnt: "Komm Teufel, hol dein Findeling." Der Teufel sei gekommen und habe die drei Knaben an die Wand geworfen. [letzte Änderung 2008-02-07]

7. Die steinernen Drillinge (Sage)
Über dem Sturz eines vermauerten Fensters des alten Schlosses auf dem Knopfsberg sieht man drei in Stein gemeißelte nackte Knaben. Sie fassen sich bei den Händen und tanzen. Links unten am Fenster steht ein Mann mit einem Federbusch auf dem Kopf. Unter der Fensterbank ist die Jahreszahl 1556 in Stein gehauen. Lichtenfels war Eigentum der Herzöge von Meran, der jetzige Getreidespeicher auf dem Knopfsberg ihr Schloss. Hiervon geht die Sage: Das Schloss gehörte den Herren von Schaumberg und sollte Drillingen aus diesem Geschlecht als Erbteil zufallen, welchen aber die Grafen von Meran an sich ziehen wollten und die Drillinge ermorden ließen. Hierzu zwangen sie einen Knappen Schaumbergs, welcher nach vollbrachter Tat sagte,dass sich die drei Knaben nackt ausgezogen hätten und das Findelspiel gespielt haben. Das Lied welches die Kinder hierbei singen, beginnt: "Komm Teufel, hol dein Findeling." Der Teufel sei gekommen und habe die drei Knaben an die Wand geworfen. [letzte Änderung 2007-11-06]

8. Ehemaliger Kastenhof
Seit 1403 gab es in Lichtenfels einen Kastenhof. Der Ältere Kastenhof stand unweit des Mühltores an der Coburger Straße. Dieser wird als ein wehrhaftes Gebäude beschrieben, das noch bis 1687 bestand und danach zum Gewinn von Baumaterial schrittweise abgetragen wurde. 1742 werden Quadersteine des Alten Kastenhofs zum Bau des neuen Rathauses verwendet. 1608 erwarb das Hochstift Bamberg das am Marktplatz gelegene Bürgerhaus und richtete darin einen Neuen Kastenhof ein, der ab 1612 dem Kastner als Amtssitz diente. Hier verwaltete dieser die Einkünfte aus dem bischöflichen Besitz. Durch Zukauf benachbarter Grundstücke wurde das Haus wesentlich erweitert. In den Jahren 1784/85 wurde der zweite Flügel angebaut. Über 600 Jahre waren die Bischöfe von Bamberg die Herren des Landes bis 1802 mit dem Einrücken bayerischer Truppen die Herrschaft des Hochstiftes zu Ende ging. Der Neue Kastenhof erfüllte bis zur Auflösung des Hochstifts (1802) seine Aufgabe. Danach beherbergte er das Rentamt. Nachdem 1932 das neue Finanzamtgebäude in der Kronacher Straße eingeweiht wurde erwarb die Stadt Lichtenfels das Anwesen und richtete darin das Heimatmuseum und die Berufsschule ein. Heute ist im ehemaligen Kastenhof eine Grundschule untergebracht. [letzte Änderung 2008-02-07]

9. Kronacher Tor (Oberes Tor, Pfeiferturm)
Vom ehemaligen Kronacher Tor steht heute nur mehr der Torturm. Das eigentliche Tor wurde bereits 1813 abgebrochen. Da der Torturm bis 1896 den Turmwächter beherbergte, der neben seiner ursprünglichen Aufgabe später mehr und mehr auch als Stadtmusiker (Stadtpfeifer) tätig war, wird der Turm in der einheimischen Bevölkerung auch Pfeiferturm genannt. Der 41 Meter hohe Obere- oder Kronacher Torturm entstand in drei Bauphasen und war Teil der Stadtbefestigung. Die unteren Geschosse wurden Anfang des 15. Jahrhunderts vollendet. 1551 stockte man den Turm auf. Das oberste Geschoss und die Kuppel wurden 1802 errichtet. Das Erdgeschoss diente einst als Verließ. Der Ehemalige Eingang befand sich über der Tordurchfahrt und ist heute noch als Fenster erkennbar. Auf der Feldseite ist eine Steinplatte mit den Wappen des Fürstbischofs Albert von Wertheim und des Hochstifts Bamberg eingemauert, auf der Stadtseite finden sich die Wappen des Fürstbischofs Weigand von Redwitz und des Hochstifts Bamberg. [letzte Änderung 2008-02-08]

10. Bamberger Tor (Unteres Tor)
Das Untere- oder Bamberger Tor stammt im Kern noch aus dem 14. Jahrhundert und wurde 1403 erstmals urkundlich erwähnt. Der Turm ist 22 m hoch und besitzt drei Stockwerke. Das Obergeschoss und der charakteristische, als Zeltdach ausgebildete Turmhelm wurden 1618, kurz vor dem 30-jährigen Krieg, aufgesetzt. Das auf der Feldseite vorgebaute ehemalige Torhaus wurde zur Erweiterung der Tordurchfahrt bereits 1830/31 abgebrochen. Zur Erinnerung an den zweiten Marktgrafenkrieg, besonders an das Jahr 1553 in dem Lichtenfels durch Truppen des Marktgrafen Alcibiades zweimal geplündert wurde, hat man 1666 auf der Feldseite drei Kanonenkugeln eingemauert. Zur Stadtseite zeigt eine Relieftafel das Amtswappen des Fürstbischofs Johann Gottfried von Aschhausen sowie das Lichtenfelser Stadtwappen. [letzte Änderung 2008-02-07]

11. Säumarkt mit Alter Fritz und Pinkus
Bis 1910 wurde hier der Viehmarkt abgehalten - daher auch der Name Säumarkt. Hier verkauften die aus dem Umland kommenden Landwirte ihre Schweine an die Lichtenfelser Metzger. Der 1995 errichtete Schweinebrunnen erinnert heute an die ursprüngliche Nutzung des Platzes. Interessante Bauwerke am Säumarkt sind der Alte Fritz und die Schank- und Speisewirtschaft Pinkus. Das Gebäude "Alter Fritz", ein zweigeschossiges Eckhaus mit Satteldach wurde 1696 errichtet. 1962 wurde das Fachwerk freigelegt. [letzte Änderung 2008-02-07]

12. Roter Turm mit Stadtbefestigung
Von den ehemals fünf Wehrtürmen ist heute nur noch der Rote Turm erhalten. Der Rote Turm ist der höchste Punkt der ehemaligen Stadtbefestigung. Er stammt wohl noch aus dem 14. Jahrhundert und wurde zu dieser Zeit wegen des guten Ausblicks Luger Turm (vom Auslugen) genannt. Auf Grund seines mit roten Ziegeln gedeckten Walmdaches wird er heutzutage Roter Turm genannt. Links neben dem Roten Turm wurde ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigung mit Wehrgang rekonstruiert. Einer ersten Palisadenbefestigung des 13. Jahrhunderts folgte der Ausbau zur massiv befestigten Dreitoranlage im 14. Jahrhundert. Erhalten sind der 1353 erstmals erwähnte Obere Torturm, das ebenfalls im 14. Jahrhundert errichtete Bamberger Tor und der Rote Turm, sowie Teile der Stadtmauer, aber nur geringe Reste des Stadtgrabens. Da die Befestigung häufig erneuert wurde und noch 1780 Stadtmauerteile neu aufgerichtet worden sind, konnte die Befestigung eine sich bis heute auswirkende Eingrenzung der Altstadt bewahren und so ihre Grenze definieren. Größere Abbrüche fanden 1844/45 an der nord-westlichen Stadtseite im Zuge des Bahnbaus statt. In dieser Zeit wurde auch das ehemalige Coburger Tor abgebrochen, das in etwa an der Stelle der heutigen Bahnunterführung stand. [letzte Änderung 2008-02-07]

13. Katholische Pfarrkirche
Die Katholische Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt" prägt das Stadtbild entscheidend mit. Einst war sie eine befestigte Kirche. Ihr ältester Teil ist der Turm aus dem 14. Jahrhundert. Von 1483 bis 1487 baute man den spätgotischen Chor. Das Langhaus entstand wohl erst Anfang des 16. Jahrhunderts. Am Turm befindet sich ein Relief aus dem 15 Jahrhundert, das Jesus am Ölberg darstellt und vermutlich unter Einfluss der Zisterzienserbauhütte des Klosters Langheim entstand. Eine Inschrift am Südeingang beschreibt in Versen, dass während eines schweren Gewitters im Jahre 1552 durch Blitzschlag ein Stein aus dem Mauerwerk geschlagen wurde. Interessant ist auch eine Wandmalerei an der südlichen Außenfassade der Kirche. Die Malerei, die eine Sonnenuhr darstellt, wurde 1724 von Johann Georg Faber ausgeführt. Daneben sind noch 3 Wappen, darunter das der Stadt Lichtenfels, das des Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn und das Wappen des Lichtenfelser Oberamtmanns Philipp Dietrich Franz von Schrottenberg, zu sehen. Die Innenausstattung der Kirche entstammt größtenteils der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Von überörtlicher Bedeutung sind die Grabepitaphe für Wolf und Walburga von Schaumberg (1529 und 1528) die der Nürnberger Gießhütte von Peter Vischer zuzuschreiben sind. Weiterhin ein Epitaph für Canditus II. Hemmerlein, den letzten Abt des Zisterzienserklosters Langheim. Im Langhaus ist ein überlebensgroßes Kruzifix zu sehen, das aus dem Kloster Langheim stammt. Der Hochaltar ist wohl um 1737 entstanden und enthält als Altarblatt die Himmelfahrt Mariens von Christoph Wilhelm Mäuser. Die Langhausdecke wurde 1927/28 nach einem Entwurf von Fritz Fuchsenberger gestaltet. [letzte Änderung 2008-02-07]

14. Kirchplatz / Pfarrhaus
Ursprünglich war die Kirche vom Friedhof umfasst, an der Rückseite der Kirche ist die ehemalige Friedhofsmauer aus Sandstein noch erkennbar. Die 1762 vom Kronacher Bildhauer Pankratz Fries geschaffene Kreuzigungsgruppe stand bis 1938 als Zeichen der Marktgerechtigkeit, vor dem Rathaus auf dem Marktplatz. Das Pfarrhaus (Marktplatz 32) mit der für Lichtenfels typischen Freitreppe wurde nach Plänen von Justus Heinrich Dientzenhofer erstellt der auch die Ausführung übernahm. Die Fenster- und Türrahmungen des Hauses sind reich verziert. Neben der Stadtpfarrkirche konnte 1998 das neue Pfarrzentrum St. Hedwig eingeweiht werden. [letzte Änderung 2008-02-07]

15. Spitalkirche
Die Spitalkirche war 1390 eine Stiftung des Spitals durch Johannes Turlacher von Eßlingen. Die unteren Teile des Turmes stammen noch aus dieser Zeit. Im Dreißigjährigen Krieg musste die Kirche schwere Beschädigungen hinnehmen. Beim Wiederaufbau im Jahre 1656 wurden die Langhausmauern erhöht und der Turm um zwei Geschosse aufgestockt. Die Turmuhr stammt vom ehemaligen Coburger Tor (Mühltor). Das Sandsteinrelief an der südlichen Außenwand zeigt die Wappen des Fürstbischof Lambrecht von Brunn, von Johannes Turlacher von Eßlingen und des Hochstifts Bamberg. Vor der Kirche befindet sich die erste Station des 1714 errichteten Kreuzwegs nach Vierzehnheiligen (Jesus am Ölberg). [letzte Änderung 2012-01-29]

16. Jakobskapelle
Die Katholische Kapelle St. Jakob, entstand in ihrem Kern wohl schon im 14. Jahrhundert und wurde 1517 das erste Mal erwähnt. Umbauten erfolgten nach dem Marktgräflerkrieg 1553, sowie 1737 und 1830. Der Sandsteinbau besitzt einen gerade geschlossenen Chor. Bemerkenswert sind die beiden Altarfiguren Petrus und Paulus welche der Bamberger Bildschnitzerwerkstätte Hans Nußbaum zugeschrieben werden, sowie ein Deckengemälde des Heiligen Christophorus aus dem 17. Jahrhundert. Darin ist die im Bauernkrieg zerstörte Veste Lichtenfels abgebildet. Die Deckenmalerei schuf 1919 der Bamberger Kunstmaler Hans Bayerlein (1889-1951), der auch die Christophorus-Darstellung erneuerte. Um die Kapelle befand sich früher ein Friedhof in dem bis ins 17 Jahrhundert alle eines unnatürlichen oder unehrenhaften Todes gestorbenen Personen beigesetzt wurden. An der Lichtenfelser Jakobskapelle beginnt der Jakobusweg der über Bamberg nach Nürnberg führt. [letzte Änderung 2008-02-07]

17. Kalvarienberg
Die Kreuzigungsgruppe, die aus dem Gekreuzigten und den beiden Schächern besteht, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Geschaffen wurden die lebensgroßen Holzfiguren von hohem künstlerischen Wert in der Werkstatt von Hans Brenck und Hans Georg Schlehendorn. Einer Inschrifttafel nach bestand die Kreuzigungsgruppe bereits 1518. Sie steht in engem Zusammenhang mit der nahen Jakobskapelle und dem dazugehörigen Pesthof. Ebenso wohl auch mit dem ältesten Hochgericht, das sich auf dem westlich davon gelegenen Kreuzbühl befand. [letzte Änderung 2008-02-07]

18. Ehemalige Synagoge
Seit der frühen Neuzeit hat es in Franken parallel zum Christentum dauerhaft auch eine jüdische Kultur gegeben. Die jüdischen Familien in Lichtenfels lebten meist vom Kramhandel und der Viehzucht. 1797 wurde in der Judengasse eine Synagoge errichtet. Der eingeschossige, verputzte Bau mit Mansarddach wurde 1867 erneuert. In der Reichsprogromnacht 1938 schwer beschädigt, konnte die Synagoge erst 1946 wieder instand gesetzt werden. Während der Zeit des Dritten Reiches wurden 14 jüdische Lichtenfelser Mitbürger getötet. 1952 wurde die Synagoge in private Hände gegeben und danach lange Zeit als Eisenwarenlager genutzt. 2005 kaufte die Stadt Lichtenfels sie zurück. [letzte Änderung 2008-02-08]

19. Evangelische Kirche
Seit dem frühen 19. Jahrhundert wuchs in Lichtenfels die Zahl der evangelischen Einwohner stetig. Nachdem die Lichtenfelser Protestanten jahrzehntelang der Kirchengemeinde Schney zugeordnet waren, bekamen Sie 1894 ihr eigenes Pfarramt mit Betsaal. 1907 wurde Lichtenfels zur eigenständigen evangelischen Pfarrei. Die Evangelisch-Lutherische Stadtpfarrkirche wurde bereits 1902/03 nach Plänen des Nürnberger Architekten Gustav Haeberle als zweischiffige Hallenkirche mit Formen des romanisch-gotischen Übergangsstiles (Neogotik) errichtet. In Zuge der 1957 vorgenommenen Renovierung entfielen die ursprünglichen vier Ecktürmchen und der Turmhelm wurde schlicht mit Schiefer bekleidet. Neben der Kirche befindet sich das Myconiushaus, das nach dem großen Reformator Friedrich Myconius benannt ist. Friedrich Myconius, der erste Superintendent der Stadt Gotha, wurde am 26. Dezember 1490 in Lichtenfels geboren und besuchte hier bis zu seinem Wechsel an die Lateinschule in Annaberg (Sachsen) sechs Jahre lang die Schule. Mit Vernunft setzte der enge Vertraute Martin Luthers in Gotha die Ziele der Reformation um. [letzte Änderung 2008-02-07]

20. Bahnhof / Bahnhofsplatz
Mit dem Bau der Ludwig-Süd-Nordeisenbahn war 1843/45 die Anlage eines ersten Bahnhofsempfangsgebäudes notwendig geworden. Da es nicht bei der 1846 eröffneten Bahnstrecke blieb, sondern hier seit 1858 die Nebenstrecke nach Coburg und Eisenach abzweigte und dann 1885 die Strecke nach Leipzig eröffnet wurde, entwickelte sich Lichtenfels zu einem Eisenbahnknotenpunkt. Der regelmäßige und im Prinzip symmetrische Bahnhofplatz mit den repräsentativen Sandsteinbauten des mittleren 19. Jahrhunderts und den stattlichen historistischen Verwaltungsbauten der Jahrhundertwende dokumentiert die Bedeutung der Eisenbahngeschichte für die Entwicklung von Lichtenfels einerseits und das Aufstreben der Kreisstadt als Umschlagplatz der heimischen Industrieprodukte andererseits. Städtebaulich zeigt der Platz die Absicht - neben dem Marktplatz und vor der Altstadt - ein neues Zentrum zu schaffen. Bestimmend ist die von der Gärtnerschule und Gottfried von Neureuther für die Eisenbahnkunstbauten entwickelte Architektursprache, zu der letztlich auch die jüngeren Neorenaissancebauten der Bahnhofsstraße noch in Beziehung zu setzen sind. Im Bahnhofsgebäude befindet sich ein sehenswertes Jugendstil Café-Bistro aus der Gründerzeit des Bahnhofes mit einer besonders kunstvoll gestalteten Decke. [letzte Änderung 2008-02-07]

21. Villa Zinn / Pausonhaus
Der Bau der Eisenbahn brachte für den Korbhandel neue Impulse. Lichtenfels entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Zentrum der Korbindustrie. Eine Reihe wichtiger Korbhandelshäuser hatte hier ihren Sitz. Zweimal in der Woche kamen die Korbmacher aus der Umgebung bepackt mit Körben nach Lichtenfels und lieferten ihre Ware in den Korbhandelshäusern ab. Die Großhändler verkauften die Flechtarbeiten um 1900 in alle Teile der Welt. Seit den 1950er Jahren macht der Import von Korbwaren der einheimischen Industrie schwer zu schaffen. Dies führte auch zur Schließung zahlreicher Korbhandelshäuser. Einige Gebäude stehen aber noch, so zum Beispiel das Anwesen Bahnhofstraße 5, das Haus der ehemaligen Korbhandelsfirma Zinn. Als historischer point de vue bindet es den Bahnhofsplatz in die an das Bamberger Tor führende Bahnhofstraße ein. Direkt gegenüber liegt das "Pausonhaus" von Distriktbaumeister Johann Graebner. Ein 1881 erstellter zweigeschossiger, langgestreckter Bau mit giebeligem Mittelrisalit und neugotischen Fensterrahmungen. [letzte Änderung 2008-02-08]

22. Ausichtsturm auf dem Herberg
Am 25. April 1432 schenkte Bischof Anton von Rotenhan (1432-1459)dem Bürgern der Stadt Lichtenfels den Stiftsberg Herberg "zur Mehrung ihrer Leibesnahrung". Der Gedanke, auf dieser Höhe, einen Aussichtsturm zu errichten, reichte bis in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts zurück. Heimatbegeisterte Naturfreunde brachten zunächst an einer alten Eiche eine Leiter an und erfreuten sich an dem Rundblick, der sich ihnen von der Krone aus bot. Der entscheidende Entschluss zum Bau eines festen Aussichtsturmes wurde aber erst am 11. April 1901 bei einer Generalversammlung des Verschönerungs- und Vogelschutzvereins gefasst, nachdem man sich bereits auf ein Sammelergebnis von 165 Mark stützen konnte. Man einigte sich darauf, anstatt einen hölzernen oder eisernen Aussichtsturmes, einen Turm in Gedenken an den deutsch-französichen Krieg von 1870/71 in massiven Stein zu errichten. Als Standort wurde die dem Maintal zugewandte Kuppe des Herbergs, inmitten eines aufgelassenen Steinbruchs, 380 m über dem Meeresspiegel gewählt. Die Baupläne wurden am 11. Mai 1903 dem Bezirksamt vorgelegt und eine Woche später am 18. Mai bereits genehmigt. Am 28. Mai 1903 wurden die Arbeiten vergeben und am 04. Juli 1903 der Grundstein gelegt. Während des Baus stellte sich heraus, dass die Fundamente auf Grund des zerklüfteten Untergrundes tiefer geführt werden mussten als ursprünglich vorgesehen. Dadurch erhöhten sich Baukosten auf letzendlich 8098 Mark. Am 12. Januar 1904 waren die Maurer- und Zimmermannsarbeiten am Aussichtsturm bereits fertiggstellt. Die feierliche Einweihungsfeier des massiv in goldgelben Sandstein erstellten, 20 m hohes Turmes fand schließlich am 24. April 1904 statt. Da der Bau den Kriegern von 1870/71 zu Ehren geschaffen wurde er "Siegesturm" getauft; der Volksmund spricht allerdings schlicht nur vom "Aussichtsturm". Die ursprünglich am Turm angebrachte Kriegergedenktafel wurde 1924 in das Rathaus überführt. [letzte Änderung 2007-11-02]

23. Ehemaliges Hotel Krone (Touristinfo)
Schon 1806 befand sich in diesem Haus ein Hotel, das während des Durchmarschs der napoleonischen Armee deren Generäle belegten. Im Hinterhof wurde um 1946 das erste Kino der Stadt Lichtenfels errichtet. 1972 wurde das Hotel Krone geschlossen. Die Hintergebäude wurden abgerissen und es wurde zu einem Geschäftshaus umgebaut in dem sich heute die Tourist-Information Lichtenfels befindet. [letzte Änderung 2008-02-07]

24. Die Tümpelschöpfer (Sage)
Im Marktgräflerkrieg, im Jahre 1553, wurde die Statdt Lichtenfels belagert. Nun beschloss der Rat der Stadt den Kriegsschatz im Flößerloch zu versenken. Als der Krieg vorüber war, die Stadtburg und 98 Häuser in Schutt und Asche fielen, schloß man den Schatz zu heben - vergebens. Einer schlug vor, man solle Taucher hinabschicken. Ein anderer meinte, man solle ihn mit Angeln herausfischen. Ein Dritter riet man solle den Tümpel ausschöpfen. Dieser Rat gefiel allen am besten. Am anderen Tage gingen sie mit Schöpfern hinaus und arbeiteten den ganzen Tag. Gegen Abend kam der Bürgermeister, beschaute die Arbeit und sagte: "Die Arbeit ist umsonst. Es fließt ja mehr Wasser zu, als ihr herausschöpft." Seitdem heißen die Lichtenfelser "die Tümpelschöpfer". [letzte Änderung 2008-02-07]

25. Kronacherstraße
Ende des 19. Jahrhunderts begann vor den Toren der Stadt der Ausbau der Kronacher Straße. Durch den Bau von Ämtern, Schulen und Geschäftshäusern wuchs die Straße langsam zum Behördenviertel. Aber auch viele wohlhabende Privatleute errichteten hier ihre Villen. Das aus Sandsteinen gebaute Zentralschulhaus wurde 1888 errichtet und musste 1903 bereits aufgestockt werden. Neben dem Schulhaus steht das Pfarrhaus (1894) und die 1902/03 errichtete Evangelische Kirche. Das aus dem ehemaligen Landgericht hervorgegangene Amtsgericht siedelte sich 1903 an. 1907 eröffnete man eine vierklassige Realschule, die 1924/25 zur Oberrealschule erweitert wurde und aus der letztendlich das Lichtenfelser Meranier-Gymnasium hervorging. Weiterhin zog 1908 das Forstamt und 1909/10 die Korbfachschule in die Kronacher Straße. Aus dem Bezirksamt (1913/15) wurde später das Landratsamt. [letzte Änderung 2008-02-08]

26. Korbwaren Kraus
Die Korbflechterei ist eine der ältesten handwerklichen Fähigkeiten der Menschheit. Überall dort, wo Flechtwerkstoffe - bei uns vor allen Weide - wuchsen, fanden sich Korbmacher, die dieses Material zu vielfältigen Gebrauchsgegenständen verflochten. Im 18 Jahrhundert wurde Lichtenfels und die umliegenten Dörfer zum Zentrum der Korbflechterei. Bereits 1770 entstand in Michelau eine Korbmacherzunft. Mit der Einführung der Feinkorbmacherei, d. h. des Verarbeitens gespaltener und gehobelter Weiden, wurden die Produkte vielfältiger und schöner. Wagemutige Korbmacher brachten Körbe vom Obermain in viele europäische Länder. Schon um 1810 sandte man Korbwaren auch nach Amerika. Aufgrund des guten Geschäftsganges wuchs die Zahl der Korbmacher immer mehr. Bald verkaufte aber kaum noch ein Korbmacher seine eigene Ware auf Märkten und an der Haustür. An seine Stelle traten Kaufleute, die oft selbst als kleine Korbmacher angefangen hatten, aber durch erfolgreiche Handelsreisen zu Wohlstand gekommen waren. Nachdem Lichtenfels 1846 an das rasch wachsende Bahnnetz angeschlossen war, zogen Korbhändler aus den Dörfern ringsum in die Stadt. Neue Handelshäuser entstanden hier und Lichtenfels wurde zum Zentrum des Korbhandels. Um 1900 hatten hier 14 Firmen ihren Sitz, darunter die größten der Branche. An den Samstagen strömten Korbmacher aus den umliegenden Dörfern in die Stadt und lieferten ihre Erzeugnisse bei den Händlern ab, die die Körbe dann in alle Kontinente versandten. Mit guten Grund nennt sich Lichtenfels also seit langem DIE DEUTSCHE KORBSTADT. [letzte Änderung 2008-02-07]

27. Korbfachschule
Bereits seit 1904 gibt es in Lichtenfels die einzige deutsche Fachschule für Korbflechterei (Korbfachschule). Aufgabe dieser Schule ist es, der Korbindustrie und dem Korbmacherhandwerk vielseitig ausgebildete Nachwuchskräfte zuzuführen. Daneben soll die Schule der Korbmacherei Anregungen für Gestaltung und Technik geben, das flechterische Können pflegen, bewahren und weiter entwickeln. In den ersten Jahren nach ihrer Gründung war die Schule im Rathaus untergebracht. Das repräsentative neue Gebäude wurde 1910 seiner Bestimmung übergeben. Dieser Bau ermöglichte die Erweiterung der Aktivitäten. So wurde 1911 eine Musterwerkstätte eingerichtet, die neue Modelle für die Korbindustrie liefert. Ein Museum wurde aufgebaut und 1914 wurde ein dritter Kurs mit dem Schwerpunkt Möbelbau genehmigt und damit die Ausbildung auf drei Jahre verlängert. Der dadurch notwendig gewordene Anbau entstand 1920. In einem Teil des ursprünglichen Gebäudes ist heute die Polizei untergebracht. [letzte Änderung 2008-02-07]

28. Kommunbräuhaus (Cafe Central)
Eines der wesentlichsten städtischen Privilegien war seit der Frühzeit des Ortes das Braurecht. Die Stadt besaß zwei große Brauhäuser, dazu auch eine eigene Malzdarre. Jeder Bürger hatte das Recht, jährlich zwei Gebräu herzustellen. 1868 wurde unter Stadtbaumeister Söhnlein das zweigeschossige Sandsteingebäude als Kommunbrauhaus errichtet und bis 1918 betrieben. 1951 wurde in den unteren Räumen das Café Central eingerichtet. Hier wurden an den Sonntagen bis 1969 Tanzkaffee-Veranstaltungen abgehalten. [letzte Änderung 2008-02-08]

29. Stadtmuseum
Das Stadtmuseum befindet sich in der 1888/89 errichteten Direktorenvilla der Bayerischen Bierbrauerei. Architekt des Gebäudes war der Coburger Julius Martinet, der damit den ersten roten Backsteinbau in Lichtenfels errichtete. 1998/99 erfolgte der Umbau der ehemaligen Direktorenvilla zum Stadtmuseum. Neben einem chronologischen Streifzug sind Schwerpunkte auf stadtgeschichtlich besonders beteutende Themen, wie den Korbhandel und die Eisenbahn gelegt. Überregionale Bedeutung erfährt das Museum durch die größte bekannte Sammlung von Schneyer Porzellan. [letzte Änderung 2008-02-07]

30. Bürgerbräu (Wirth-Haus)
Die Bürgerbräu ging aus einem 1845 im Pabstenweg errichteten Gasthaus mit Brauerei hervor. Den Ausbau zur Exportbierbrauerei führte endgültig der Kaufmann Franz Krauß durch, der 1888 Brauerei und Gaststätte kaufte und sich mit Justus Eichhorn (ges. 1912) aus Schney zusammenschloss. 1890 bezahlte Eichhorn seinen Kompagnon aus und errichtete 1893 ein neues Brauhaus. 1909 ging der Betrieb an Johann Ruckdeschel über, der die Brauerei gründlich modernisierte, das Unternehmen 1915 in eine Aktiengesellschaft umwandelte und 1917 mit der Langheimer Exportbierbrauerei fusionierte. 1856 baute der Bäcker Georg Mahkorn in der Langheimer Straße eine Brauerei. Diese übernahm 1904 der Niederbayer Konrad Gruber (1859-1919), taufte sie "Felsenkellerbräu" - Pate standen die Lagerkeller auf der gegenüberliegenden Straßenseite - und errichtete umgehend ein neues Brauhaus sowie eine Wirtschaft mit Saal. 1914 beschäftigte er in seiner Dampfbrauerei sieben Männer. [letzte Änderung 2008-02-07]

31. Stadtapotheke
Bürgerhaus aus dem 17. Jahrhundert. Im Jahr 1803 kaufte der Apotheker Karl Dobler die Klosterapotheke aus dem ehemaligen Kloster Banz und errichtete im Haus Marktplatz 28 die erste Apotheke in Lichtenfels, die Stadtapotheke. Heute ist das Eckhaus mit Walmdach und Fachwerkobergeschoß ein Künstleratelier. [letzte Änderung 2008-02-07]

32. Schützenhaus
Bereits 1543/44 wird für Lichtenfels die "Gemein Schueshütten" (=gemeindliche Schießhütte) urkundlich genannt, jedoch läßt sich der Standort dieser Einrichtung nicht genau lokalisieren. Vermutlich stand die erste Schießhütte in der Nähe des Burgbergs. Die früheste Erwähnung einer "Schießmauer auf dem Anger" erfolgte 1723. Das heutige Schützenhaus wurde 1903 nach längerer Vorplanung von Distriktbaumeister Johann Graebner ausgeführt. Der eingeschossige Bau mit Schaugiebel im Neubarocken Mischstil enthält auch Elemente anklingender Jugendstilornamentik. [letzte Änderung 2008-02-07]

33. Mühlbach Anger
Am Mühlbach, nördlich der heutigen Altstadt, befindet sich das älteste Siedlungsgebiet. Hier begann lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1142 mit einem älteren Dorf namens Lützelau (nhd. kleine Au) die Besiedlung im Lichtenfelser Stadtgebiet. Durch die Bahnlinie ist dieser heutige Vorstadtbereich von der Altstadt wieder abgetrennt worden. Der Begriff Anger (mhd. anger) bezeichnet ein grasbewachsenes Land oder Platz. Im Schneidmühlweg beim Mühlbach befindet sich das Innovationszentrum Lichtenfels für Marketing, Design und Technologie, eine Einrichtung, die wichtige Impulse für das Deutsche Flechthandwerk liefert. Hier werden unter anderem für bundesweit tätige Unternehmen neue Flecht-Produktlinien für Möbel entwickelt oder Workshops und Trendseminare für Handwerksunternehmen abgehalten. [letzte Änderung 2008-02-07]

34. Marktplatz 29
1655 wird das Grundstück des Hauses Marktplatz 29 unter der Bedingung, dass ein Neubau errichtet wird, als Bauplatz verkauft. Bis 1776 geht der Bau nur schleppend voran, 1831 besitzt das Gebäude dann zwei Stockwerke. 1833 hat dann ein durchgreifender Umbau stattgefunden, dem das Haus sein gegenwärtiges Aussehen verdankt. Das Material zu der Sandsteinfassade stammt aus Klosterlangheim, vermutlich vom abgebrochenen Teil des östlichen Verbindungsbaues der Klostergebäude. Die ehemals prägende Freitreppe, über die man direkt in den ersten Stock gelangte wurde 1951 entfernt. Bemerkenswert ist die aus dem Jahre 1776 stammende zweiflüglige Haustür aus Eichenholz. [letzte Änderung 2008-02-07]

35. Laurenzistraße 3
Dieses traufseitig zur Straße stehende, zweigeschossige Fachwerkhaus gehört zu den besonders sehenswerten Gebäuden. Als Baujahr wird im Zierfachwerk 1702 genannt. An den Brüstungen im ersten Obergeschoss finden sich deutsche Versinschriften über die sieben Kardinaltugenden. [letzte Änderung 2008-02-07]

36. Ehemaliges Forstamt (Schulze)
Der 1753/54 errichtete, dreigeschossige Sandsteinquaderbau wurde ursprünglich als Forstamt errichtet. Da es als öffentliches Gebäude konzipiert war, zeigt es deutlich mehr barocken Fassadenschmuck als Privathäuser des 18. Jahrhunderts. 1918 kaufte es der Verlagsbuchhändler Hermann Oskar Schulze und zog mit seiner bis dahin im Rathaus untergebrachten Buchhandlung in das neu erworbene Gebäude. Bis heute wird das Haus als Buchhandlung genutzt. [letzte Änderung 2008-02-07]

37. Dehlerhaus / Ratskeller (Marktplatz 9)
Der bekannte Ratskeller mit Bierbrauerei und Metzgerei von Georg Dehler sowie ein angrenzendes Geschäftshaus mussten 1975 abgerissen und durch einen Neubau (Café Raab) erstetzt werden. Das verkehrstechnisch problematische Nadelöhr an der Coburger Straße wurde dadurch entschärft. Eine Bronzetafel erinnert heute an Georg Dehlers Sohn Thomas Dehler (geb. 14. Dezember 1897 in Lichtenfels, gest. 21 Juli 1967 in Streitberg), Bundesjustizminister von 1949 -53, Bundesvorsitzender der FDP von 1954 - 1957 und Ehrenbürger von Lichtenfels. [letzte Änderung 2008-02-07]

38. Der Geist zu Lichtenfels (Sage)
Noch sieht man im Städtchen Lichtenfels die Mauerreste einiger Burgen, in denen es der Volkssage nach nicht geheuer ist; denn es geht dort der Geist des edlen Fräuleins Podica von Schaumberg um, die vor Kummer starb, als ihr Bräutigam aus der Fehde bei Scheßlitz nicht wieder zurückkehrte. Nun hört man nächtlicherweile ihr leises Rufen: »Kommt mein Kunimund noch nicht?« Und so lange muss das Fräulein rufen und auf Erlösung warten, bis ihr eine barmherzige Stimme antwortet: »Längst fiel dein Kunimund bei Scheßlitz.« Warum ihr bis heute niemand den Liebesdienst erwiesen hat, verschweigt die Sage. [letzte Änderung 2007-11-06]

39. Der Unterirdische Gang nach Banz (Sage):
Im Mittelalter dienten diese unterirdischen Gänge den Bewohnern des alten Lichtenfelser Schlosses als Fluchtwege aus der Stadt. Während der Weltkriege wurden sie dann als Luftschutzkeller und Waffenlager genutzt. Diese geheimnisvollen Gänge stehen auch im Mittelpunkt einer alten Sage: Vom Bucher Schloss, das dem letzten Abt von Banz als Wohnung diente, und dem Schneyer Schloss sollen unterirdische Gänge nach Banz führen. Ein Schneyer Bauer hat einmal nachprüfen wollen, ob dies stimme, und hat das gemauerte Tor betreten, das heute noch an der Schlossmauer zu sehen ist. Zu seinem Erstaunen musste er feststellen, dass er in einem finsteren Gang war, der kein Ende nehmen wollte. Doch der Bauer schritt mutig voran. Auf einmal stand eine schwarze Gestalt vor ihm, die ihm einen Schlüssel mit folgenden Worten übergab: "Schließe auf!" So plötzlich wie der Fremde erschienen war, so plötzlich war er auch wieder verschwunden. Der Bauer aber ging weiter und weiter, bis er endlich an die Tür kam, von der er sich erhoffte, dass sie das Ende des Ganges sei. Er schloss mit dem Schlüssel die eiserne Tür auf und befand sich im Freien. Vor seinen Augen aber lag Schloss Banz. Heute ist ein Teil der unterirdischen Gänge wieder für Besucher zugänglich. Mit Helm und Kerze "bewaffnet" können Sie die Lichtenfelser Unterwelt erkunden. Seien Sie aber auf der Hut, es kann vorkommen, dass Sie auf der rund einstündigen Exkursion das Edelfräulein Podica von Schaumberg treffen. Sie geistert seit Jahrhunderten unerlöst durch die Felsengänge, noch immer auf der Suche nach ihrem Liebsten Kunimund, der bei Scheßlitz im Gefecht ums Leben kam. Nun hört man nächtlicherweile ihr leises Rufen: »Kommt mein Kunimund noch nicht?« Und so lange muss das Fräulein rufen und auf Erlösung warten, bis ihr eine barmherzige Stimme antwortet: »Längst fiel dein Kunimund bei Scheßlitz.« Warum ihr bis heute niemand den Liebesdienst erwiesen hat, verschweigt die Sage. [letzte Änderung 2008-02-07]

40. Wie in Lichtenfels das Lagerbier erfunden wurde (Sage)
Zur Zeit als Wallensteins Heerscharen durch das Lichtenfelser Land zogen, sollte ein Schusterlehrling für seinen Meister eine Flasche Bamberger Bier holen, das damals in Lichtenfels ausgeschenkt wurde. Der Junge glaubte jedoch in seiner Einfalt, er müsse das Bier in Bamberg holen. Als er am späten Abend todmüde nach Lichtenfels zurückgekehrt war und ihm sein Mitlehrling des Meisters Knieriemen in Aussicht stellte, beschloss er, auf Wanderschaft zu gehen. Er vergrub vorher die Flasche Bier unter einem Baum - man sollte ihn ja nicht für einen Dieb halten. Auf der Landstraße wurde er von Wallensteins Reitern als Troßbub angeworben und er brachte es im Laufe der Zeit bis zum Offizier. Fünf Jahre nachdem er dem Schumachermeister aus der Lehre davongelaufen war, ritt er als stolzer Reiteroffizier wieder in Lichtenfels ein, besuchte seinen erstaunten ehemaligen Meister und verriet ihm die Stelle, wo die Flasche mit Bamberger Bier zu finden sei. Sie wurde alsbald ausgegraben und ihr Inhal entpuppte sich als gar köstlicher Tropfen. So begannen nun die Brauer ihre Biere eine Zeit lang vor dem Ausschank in den unterirdischen Gängen zu lagern. Diese Begebenheit im Dreißigjährigen Krieg bildete den Anstoß zum Lagern des Bieres, welche Sitte nun von Lichtenfels aus ihren Ausgang nahm, weil man dort zuerst in ganz Deutschland große Keller zum mehrjährigen Lagern des Bieres errichtete. [letzte Änderung 2007-11-06]

41. Kriegerdenkmal / Friedhof
Das ursprüngliche Denkmal zur Erinnerung an die toten Soldaten des Ersten Weltkrieges wurde 1922/23 von Professor Max Heilmeier geschaffen. Es besteht aus einer Halbplastik, die eine Mutter mit dem Leichnam eines Mannes darstellt. Dabei könnte es sich sowohl um die Gottesmutter handeln oder auch um eine Mutter, die um ihren gefallenen Sohn trauert. Flankiert wird die Darstellung von zwei hohen ionischen Säulen, die jeweils mit einem Kreuz abgeschlossen sind. Auf den zylindrischen Basen sind die die Namen der Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges eingemeißelt. 1954 wurde das Denkmal um die Gedenktafeln mit den Namen der Lichtenfelser Toten aus dem Zweiten Weltkrieg erweitert. Friedhof: Die Anlage des Mittelteils stammt aus dem Jahre 1804, 1823 wurde der Friedhof nach Süden erweitert, Grabdenkmäler dieser Zeit sind noch erhalten. Die Hl. Grabkapelle, ein querrechteckiger Sandsteinquaderbau mit verschiefertem Walmdach wurde 1823 errichtet. [letzte Änderung 2008-02-08]

42. Striwa-Gebäude
Im Wirtschaftswunderjahr 1955 feierte man Richtfest für das unmittelbar am Bahnhofsplatz errichtete neue Fabrikationsgebäude der Lederwarenfirma Striegel & Wagner (Striwa). Weitere Anbauten im Jahre 1960 folgten. 1921 als Rauchwarenhandlung gegründet, beschäftigte Striwa schon Ende der 30er Jahre weit über 400 Mitarbeiter, die während des 2. Weltkrieges dann Fliegermonturen und Fallschirme produzierten. 1954 wurden etwa ein Viertel der in Deutschland verkauften Lederbekleidungen von Striwa hergestellt. Bis 1960 wuchs die Beschäftigtenzahl auf 2000 an. 1973 errichtete die Firma anstelle des ehemaligen städtischen Krankenhauses, zwischen Bamberger Tor und Spitalkirche, ein weiteres, die Stadt prägendes Gebäude. Kurz darauf begann jedoch sukzessive der wirtschaftliche Niedergang der Firma. Seit 2000 sind die Werkstore für immer geschlossen. [letzte Änderung 2008-02-08]

43. Lichtenfels heute
Lichtenfels liegt in Oberfranken zwischen Bamberg und Coburg im sogenannten "Gottesgarten am Obermain" und bezeichnet sich selbst als "Die deutsche Korbstadt". Lichtenfels ist das Mittelzentrum des gleichnamigen Landkreises und Sitz der Kreisverwaltungsbehörde. Es ist auch Sitz eines Amtsgerichts und mehrerer Behörden und Ämter wie dem Finanzamt, einer Zweigstelle der Bundesagentur für Arbeit und einer Polizeiinspektion. Auch befindet sich das für die medizinische Versorgung des gesamten Landkreises wichtige Helmut-G.-Walther-Klinikum in Lichtenfels. Die Stadt mit ihren rund 21.500 Einwohnern weist eine überdurchschnittliche Beschäftigungsquote auf, welche auf die vor allem im klein- und mittelständischen Bereich angesiedelten Unternehmen zurückzuführen ist. Traditionell sind mehrere Betriebe aus den Bereichen Polstermöbel und der damit verbundenen Zulieferindustrie wie z. B. Holzverarbeitung und Schaumstoffherstellung in Lichtenfels angesiedelt. Aber auch Unternehmen aus den Bereichen Maschinen-, Werkzeug- und Modellbau sowie der kunststoffverarbeitenden Industrie sind in Lichtenfels vertreten. [letzte Änderung 2007-08-31]

44. Berühmte Persönlichkeiten
# Friedrich Myconius, Reformator; # Heinrich Faber, Komponist; # Thomas Dehler, geb. am 14.12.1897, gest. am 21.07.1967 in Streitberg, Politiker (DDP, FDP), Bundesjustizminister, FDP-Vorsitzender, MdB; # Stefan Kießling, Fußballspieler von Bayer 04 Leverkusen; # Horst Bergmann, mehrfacher deutscher Meister im Ringen und Olympiateilnehmer 1960 in Rom; # Heribert Hofmann, vierfacher deutscher Meister im Ringen; [letzte Änderung 2007-08-31]



Stand vom 21.07.2019